Wie sich Firmen im digitalen Zeitalter neu erfinden

Die digitale Transformation bringt nicht nur neue Geschäftsmodelle und Innovationen hervor, sie transformiert auch die Gesellschaft selbst. So werden Firmen immer mehr durch Millennials als Kundengruppe geprägt und müssen ihre Transformation den Bedürfnissen der Generation Y anpassen. Die damit verbundenen, meist tiefgreifenden Herausforderungen können viele Geschäftsführer nicht selbst bewältigen. Daher holen diese sich oft Hilfe von, wie soll es anders sein, den Millennials selbst. Das ist ein Grund, weshalb große Unternehmen immer häufiger bestrebt sind, mit jungen Startups zu kooperieren. Doch was macht diese neuen Kunden und ihre Ansprüche aus?

Die Digital Natives – neue Märkte, neue Kunden, neue Ansprüche

Wirtschaft, Gesellschaft und nicht zuletzt die Digitalisierung selbst haben dazu geführt, dass sich die Wertvorstellungen der Generation Y von denen vorangegangener Generationen teilweise deutlich unterscheiden. Diese Werte werden nicht nur anders gelebt, sie führen automatisch auch zu völlig neuen Prioritäten. Beobachtungsstudien identifizierten prägende Eigenschaften der Millennials, auf die sich letztendlich ein Geschäftsmodell legen lässt. Die Generation Y zeigt sich als selbstbewusst und anspruchsvoll. Sie ist extrem sprunghaft und orientierungslos, sucht aber nach Sicherheit und Stabilität. Millennials fordern stetige Entwicklung und ein hohes Maß an Flexibilität hinsichtlich Raum und Zeit. Das Bedürfnis nach Individualität und der Wunsch danach, alles jeder Zeit und überall verfügbar zu haben, war noch nie größer als in dieser Generation. 
Verwunderlich ist daher nicht, dass wir uns in den letzten Jahrzehnten vom reinen Produkt, über Produkt und Service hin zur Kundenorientierung entwickelt haben. Der logische nächste Schritt im Wettbewerb um die Digital Natives: Beständige Beziehungen. 

Vom Eigentum zum Erlebnis

Die Sharing Economy ist zu einem schnell wachsenden und vielversprechenden Markt gewachsen. Schon lange geht es nicht mehr bloß um Mobilität wie bei Drive Now, Coup & Co. Mit Airbnb (Privatwohnungen), Lendico (Privatkredite) und Foodsharing sind wir längst in der „Teil und Tausch Gesellschaft“ angekommen. Geprägt werden diese innovativen Geschäftsmodelle von den Millennials und ihren Ansprüchen an eine sich schnell verändernde Gesellschaft mit völlig neuen Werten. In dieser spielt materieller Besitz nur eine untergeordnete so große Rolle. Vielmehr rücken Individualität und allumfassende Unterstützung des Einzelnen in den Mittelpunkt

Vom Massenprodukt zur Personalisierung

Das Konzept der Personalisierung zieht sich noch stärker durch alle Branchen als die Sharing Economy. Mittlerweile lässt sich alles personalisieren: Von der eigenen Gesundheit (KARDEA) bis hin zu Schokolade (Fairafric) und Müsli (mymuesli). Dabei fällt auf, dass es neben den Startups, die mit einem solchen innovativen Geschäftsmodell gestartet sind, auch große, schon länger bestehende Unternehmen geschafft haben, durch dieses Konzept am Markt bestehen zu bleiben.
Im Zuge dieser Umstellung kommt es nicht selten vor, dass eine starke Marke ihr Konzept von Grund auf neu gestaltet, wie zum Beispiel Daimler. Personalisierung ist der neue Trend. Das zeigt sich in erster Linie durch die Entwicklung der Technologien. Künstliche Intelligenz und Machine Learning werden bereits erfolgreich für die Personalisierung von Produkten und Services genutzt. Damit baut eine Marke eine dauerhaft bestehende Beziehung zu ihrem Kunden auf, der wiederum schneller Vertrauen zum Markt aufbaut und eine für ihn optimale Befriedigung all seiner Bedürfnisse bekommt

Wie erfindet man sich neu?

Die durchschnittliche Lebensdauer von Unternehmen hat sich stark verkürzt. Das hängt zum einen mit der wachsenden Zahl an Startups zusammen, zum anderen aber auch mit dem dadurch steigenden Innovationsdruck. Die Folge: In den letzten 15 Jahren sind mehr als 50% der wertvollsten Unternehmen vom Markt verschwunden. Hier kommt die Frage auf: Wer überlebt? Und vor allem wie?
Die Antwort lautet ganz klar: Mit einem Geschäftsmodel, das es in sich hat. 

Das Geschäftsmodell als Überlebensstrategie

Im Kern lässt sich ein neues, innovatives Geschäftsmodell aus der Unternehmensstrategie und Geschäftsidee ableiten. Es umfasst eine Reihe verschiedener Elemente, sowie eine entsprechende Architektur, auf deren Grundlage schließlich Geld verdient werden kann. Dafür typische Elemente sind unter anderem Kundensegmente, Kostenstruktur, Vertriebskanäle und erforderliche Ressourcen. Diese Elemente stellen mögliche Ansatzpunkte zur Entwicklung neuer Geschäftsideen dar. Die besten Unternehmen haben es geschafft, sich durch ein solches Geschäftsmodell komplett neu zu erfinden. Jedoch gibt es nicht das eine perfekte Geschäftsmodell – Entscheidend für den Erfolg sind Wandelbarkeit, Flexibilität und Schnelligkeit des Modells, wie IBM beweist.

IBM - Von gelöchertem Papier zu künstlicher Intelligenz

IBM ist mit ihrer künstlichen Intelligenz Watson ganz vorne am Markt. Das 107 Jahre alte Unternehmen ist eines der herausragendsten Beispiele für Innovation und Neuerfindung.
Angefangen haben sie vor einem Jahrhundert mit der Herstellung von Lochkarten, den ersten Datenträgern weltweit. Heute ist IBM mit Watson immer noch ein Unternehmen, das sich mit der Technologie und der Welt von Morgen auseinandersetzt. Sie haben nicht nur eine künstliche Intelligenz entwickelt, sondern orientieren sich dabei noch ganz im Sinne der Generation Y:  Anstatt alleinig im Besitz ihrer Technologie zu bleiben, ermöglichen sie allen Firmen den Zugriff darauf – Sharing-Ai. Mit diesem Geschäftsmodell sichert sich IBM für die nächsten Jahre einen der vorderen Plätze unter den Technologie-Giganten. 

Fazit

Die Art des Konsums befindet sich im Wandel. Stück für Stück entstehen völlig neue Produkte, Kundengruppen und Märkte. Das verändert nicht nur die Erfahrungen, die der Kunde macht, sondern schafft auch neue Werte in der Gesellschaft. Dabei stehen Personalisierung und Sharing-Economy ganz oben auf dem Plan. Wer überleben will, sollte schnell handeln, denn der Innovationsdruck wird nicht weniger. Die Schnelllebigkeit der Märkte steigt und damit nicht nur die Konkurrenz, sondern auch das Risiko die falsche Strategie zu verfolgen. Eine der größten Herausforderungen bei der Erarbeitung eines klaren Fokus ist die Komplexität bei der Erarbeitung der Eckpfeiler der passenden Strategie. Unser Team von erfahrenen Unternehmern, die bereits eine Vielzahl von Transformationen durchmachten, hilft Ihnen gern dabei. 
Über den Autor

Sascha Grumbach

Sascha Grumbach, Managing Partner der Argopreneurs

Sascha Grumbach ist Managing Partner des Venture Builders Argopreneurs. Er begleitete verschiedene Unternehmen wie die Munich Re & Bundesdruckerei bei der Innovation ihrer Geschäftsmodelle und Entwicklung neuer Produkte.

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