How To Build A Successful Corporate Accelerator

Corporate Venturing ist heutzutage kein Fremdwort mehr: Immer mehr klassische Unternehmen versuchen, ihre Digitalisierung mit einem eigenen Accelerator-Programm für Startups voranzutreiben. So hat fast jeder Konzern, der etwas auf sich hält, eine eigene Startup-Schmiede gebaut – Von der Deutschen Telekom mit ihrem Hub:Raum über Axel Springers Plug & Play zu BMWs Startup Garage. Mit der kontinuierlich wachsenden Anzahl neuer Acceleratoren und Inkubatoren ist es schwer, den Überblick zu behalten. Und so fällt auf den ersten Blick auch nicht auf, wie viele der Programme tatsächlich scheitern – Wie beispielsweise Nikes Fuel Lab oder Time Warners Media Camp. Und sie sind keinesfalls die Ausnahme: Oft sind die Ergebnisse der Corporate Acceleratoren unbefriedigend, die Mutterkonzerne lernen nur wenig und viele Startups bleiben erfolglos. 

Digitaler Darwinismus

Wachsen Sie noch oder altern Sie schon? Das zunehmende Interesse von Großunternehmen an Startups ist natürlich: Werden keine Schritte unternommen, um Innovation innerhalb der eigenen Organisation zu fördern, ist das Risiko groß, schon bald neben Nokia und Polaroid im Regal der veralteten Organisationen zu stehen. Um das zu verhindern, brauchen Unternehmen einen Weg, um ihre internen Stärken und Ressourcen mit externer Innovation zu koppeln. 
 
Etablierte Konzerne haben viele wertvolle Ressourcen zu bieten; weltweite Infrastruktur, eine starke Marke, Erfahrungen und Expertenwissen sind nur einige davon. All das sind Dinge, an denen es Startups in der Regel mangelt. Ein Zusammenschluss macht daher durchaus Sinn – der Mutterkonzern liefert Struktur, einen guten Ruf und Manneskraft, das Startup hingegen steuert die Ideen, Agilität und Risikobereitschaft bei. Eine erfolgsversprechende Kombination – in der Theorie. In der Praxis sieht es meist anders aus.
Startups und Corporates unterscheiden sich oft deutlich in ihrer Kultur. Corporate Accelerators sollen den Corporates etwas Startup-Geist einhauchen.

Konzerne versprechen sich von der in Startups vorherrschenden Dynamik und Kreativität einen positiven Einfluss

Anatomie eines Accelerators

Das Modell eines Acceleratoren-Programms ist bei Konzernen sehr beliebt, um eben jenen Zusammenschluss mit Startups herzustellen. Das Programm ist eine Art Bootcamp, das an strenge Auswahlkriterien gekoppelt ist und sich über mehrere Monate erstreckt. Die ausgewählten Startups bekommen Coachings, Office Space und Experten zur Seite gestellt, um dadurch unter optimalen Bedingungen an ihrer Idee arbeiten zu können, ohne sich um die Rahmenbedingungen Sorgen machen zu müssen. Nicht umsonst wird ein Accelerator auch als „Brutkasten“ bezeichnet.
Bei all der Freiheit und Kreativität, die auf diesem unternehmerischen Spielplatz vorherrschen, übersehen viele Mutterkonzerne die versteckten Fallen. Um die kreative Energie in handfeste Erfolge umzuwandeln, gilt es 5 Dinge zu beachten:

1. No Friends and No Fools

Für die Auswahl der Startups sollten feste Kriterien festgelegt werden, wie z.B. Hintergründe und Commitment der Teammitglieder, Entwicklungsstadium und Skalierungspotential der Idee, etc. Diese Kriterien müssen bei jeder Entscheidung berücksichtigt werden und ein klares Ja/Nein Ergebnis liefern. Ein Accelerator Programm kostet Geld, Zeit und birgt Risiko, daher sollten die Entscheidungen auch wirtschaftlich gerechtfertigt sein. „Ich bin mit dem Gründer befreundet und er ist sehr nett“ ist kein valides Argument für die Auswahl eines Startups. 

2. On Top of the Game

Nicht alle Startups sind auf der Suche nach einem Accelerator. Viele der richtig guten Gründer verwenden ihre Zeit lieber auf die Produktentwicklung und ihre Kunden, anstatt Bewerbungen an Accelerator zu schreiben. Es ist also nicht zielführend, auf Bewerbungen zu warten und die eingehenden Startups als 100% der verfügbaren Menge zu betrachten. Es gilt, selbst aktiv zu werden: Welche Trends und Bewegungen werden für die Zukunft vorhergesagt? Welche Startups gibt es in diesen Bereichen? Identifizieren, akquirieren – und später den Markt dominieren. 

3. Outside the Box

Interessant für den Corporate Accelerator sind nicht nur Startups, deren Spezialisierung nah am Kerngeschäft des Mutterkonzerns liegt. Zwar können diese die Digitalisierung im Mutterkonzern direkt vorantreiben, jedoch besteht durch sie auch das Risiko selbstauferlegter Scheuklappen. Innovationen in anderen Branchen können früher oder später auch auf die eigene Branche Einfluss nehmen. Und auch wenn der Mutterkonzern am Ende keinen unmittelbaren Nutzen aus dem Startup zieht, sollte der Kontakt gewahrt werden. Zum einen weil es sich möglicherweise zu einem anderen Zeitpunkt als relevant für zukünftige Geschäfte erweist, zum anderen weil erfolgreiche Gründer eine wertvolle Ressource für nachfolgende Startup-Generationen des Accelerators sind, die mit diesen vernetzt werden können. 

4. From Entrepreneurs for Entrepreneurs

Erfolgreiche Startups sind manifestierter Unternehmergeist. Das kommt nicht von Ungefähr: Das unternehmerische Mindset wird sorgfältig herangezüchtet. Dazu müssen sowohl die Accelerator-eigenen Mentoren als auch die ausgewählten Startup-Teams handfeste unternehmerische Erfahrung vorweisen können. Akademiker mit tiefem theoretischen Spezialwissen sind zwar unabdinglich, können aber ohne Führung von echten Unternehmern mit realwirtschaftlicher Erfahrung und Netzwerk nichts reißen. Workshops und individuelle Coachings für das 1×1 des Managements sind daher elementar – durchgeführt von Mentoren, die alles in der Praxis miterlebt haben und auch für individuelle Arbeit mit den Teams zur Verfügung stehen.

5. Agents of Change

Neben innovativer Lösungen und Erweiterungen für das eigene Geschäft erhoffen sich die Betreiber von Corporate Acceleratoren oft auch einen kulturellen Wandel. Die Kultur des Mutterkonzerns soll von der Dynamik der Startups profitieren und selbst agiler und kreativer werden. Das passiert jedoch nicht von allein. Es ist elementar, dass die Mitarbeiter aktiv bei den Startups mitarbeiten und die Kultur selbst erleben, wenn auch nur für kurze Zeit. Schlüsselmitarbeiter können zu Agents of Change werden, indem sie z.B. für einige Wochen von ihrem normalen Arbeitsplatz abgezogen und in eines der Startups entsendet werden. Im Anschluss können sie die erlebte und erlernte Kultur in den Mutterkonzern tragen. 

Auch wenn es kein allgemeingültiges Erfolgsrezept gibt, so lässt sich das Risiko eines Corporate Accelerators durch diese 5 Best Practices beträchtlich minimieren.

Jedoch ist ein internes Accelerator-Programm kein Selbstläufer. Der Aufwand für die Entwicklung und den dauerhaften Betrieb sollte nicht unterschätzt werden. Auch hier ist ein Vollzeit-Management notwendig, dass die Bedürfnisse der Startups nach Coaching, Netzwerk etc. steuert, und gleichzeitig aus Sicht des Mutterkonzerns auf Zahlen und Fortschritt achtet. Da gerade zu Beginn des Projektes eben diese Strukturen und Prozesse aufgesetzt werden, ist der Anfang des Projektes entscheidend. Daher holen sich viele Unternehmen zur Projektorganisation Unterstützung von externen Beratern, die die notwendige Skalierungsexpertise mitbringen. Zu diesen zählt auch Argopreneurs: Unsere hier aufgelisteten Best Practices sind keine theoriebasierten Vermutungen, sondern wurden von uns bei einem eben solchen Projekt für einen der größten deutschen Mobilitätsdienstleister in der Praxis bestätigt. 

Über den Autor

Sascha Grumbach

Sascha Grumbach, Managing Partner der Argopreneurs

Sascha Grumbach ist Managing Partner des Company Builders Argopreneurs. Er begleitete verschiedene Unternehmen wie die Munich Re & Bundesdruckerei bei der Innovation ihrer Geschäftsmodelle und Entwicklung neuer Produkte.

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